Das Projekt „Benchtop-NMR mit automatischer Probennahme zur Qualitätsbeurteilung von Trauben für die Weinbereitung" adressiert die bisher unzureichende Probennahme bei der Traubenannahme in Winzergenossenschaften und Weinkellereien. Durch den Einsatz kompakter Benchtop-NMR-Spektrometer in Kombination mit einer vollautomatischen Probenentnahme- und Aufarbeitungseinheit werden die zentralen Qualitätsparameter von Traubenpartien schnell, direkt und ohne aufwändige Kalibrierung erfasst. Ziel ist es, eine zuverlässige, rechtssichere und praxistaugliche Analytik für Most und Wein zu etablieren und damit die Qualitätssicherung in der deutschen Weinwirtschaft insbesondere für KMU zu verbessern.
DLR Rheinpfalz, Institut für Weinbau und Oenologie: Federführende Forschungsstelle; verantwortlich für weinbauliche und önologische Fragestellungen, Entwicklung der automatisierten Probennahme sowie Validierung der NMR-Analytik für Most- und Weinparameter.
RPTU Kaiserslautern-Landau, Laboratory for Advanced Spin Engineering (LASE): Zuständig für die NMR-spektroskopische Entwicklung, Gerätetechnik und Signalauswertung im Magnetresonanz-Labor.
Forschungskreis der Ernährungsindustrie e. V. (FEI): Koordinierende Institution; organisiert das IGF-Förderprogramm und vermittelt zwischen Forschung und Industrie.
Automatisierte Probennahme: Entwicklung einer vollautomatischen Probenentnahmeeinheit für den Einsatz vor der Traubenannahme, inkl. automatisiertem Pressvorgang und Probenaufarbeitung (z. B. Mikrowellenaufschluss zur Extraktion von Anthocyanen und Polyphenolen aus Beerenschalen und Kernen).
Benchtop-NMR-Analytik: Einsatz kompakter NMR-Spektrometer zur direkten, matrixunabhängigen Messung von Qualitätsparametern in Most und Wein – ohne jahrgangsspezifische Kalibrierung wie bei der etablierten FTIR-Spektroskopie.
Qualitätssicherung und rechtliche Belastbarkeit: Untersuchung, inwieweit Benchtop-NMR eine rechtssichere Beurteilung des Leseguts ermöglicht, einschließlich der Bestimmung von Fäulnisindikatoren (flüchtige Säure, Gluconsäure, Glycerin) sowie Rebsortenidentität (Shikimisäure, Malvidin-3,5-Diglucosid).
Beschreibung der Datenerhebung und -verarbeitung: Daten entstehen aus automatisierten NMR-Messungen und Referenzanalytik an Trauben-, Most- und Weinproben während der Leseperioden 2023–2026.