Die Agroinformatik (auch: Agrarinformatik) bezeichnet die Erfassung, Verarbeitung und Nutzung landwirtschaftlicher Daten mittels digitaler Technologien. Sie verbindet agrarwissenschaftliches Wissen mit informatischen Methoden, um Entscheidungen in Pflanzenbau, Tierhaltung und Betriebsführung datenbasiert zu unterstützen.
Digitale Technologien sind zu einem zentralen Bestandteil moderner landwirtschaftlicher Produktionssysteme geworden. Sensoren, Geodaten, Datenplattformen und spezialisierte Software ermöglichen die Überwachung von Pflanzenbeständen und Nutztieren, die Automatisierung von Betriebsvorgängen sowie die Ableitung von Handlungsempfehlungen. Mit der steigenden gesellschaftlichen Nachfrage nach nachhaltigen und ressourcenschonenden Produktionsweisen wächst der Bedarf an zuverlässigen, interoperablen und praxisnahen digitalen Lösungen. Die Agroinformatik setzt an dieser Schnittstelle an. Sie nutzt Daten aus unterschiedlichen Quellen (z. B. Boden-, Klima-, Pflanzen- und Betriebsdaten), bereitet diese auf und überführt sie in Entscheidungsunterstützungsmodelle, die dem Landwirt bei der Entscheidungsfindung helfen, wobei die endgültige Entscheidung beim Landwirt selbst liegt. Ziel ist es, landwirtschaftliche Entscheidungen agronomisch, ökonomisch und ökologisch zu optimieren. Die Entwicklung entsprechender Ansätze reicht von frühen computergestützten Entscheidungshilfen bis hin zur heutigen Präzisionslandwirtschaft, die Sensorik, Automatisierung und Datenanalyse eng miteinander verknüpft [1; 2].
Die Idee entstand in den 1980er und 1990er Jahren, als die Bereiche Agronomie und Informatik zusammengeführt wurden, um computergestützte Anwendungen für die Landwirtschaft zu entwickeln. Seitdem wurden verschiedene Ansätze erforscht, darunter Präzisionslandwirtschaft, Klimamonitoring, Bewässerungsmanagement und automatisierte Maschinensteuerung. Die Integration von Daten, Software und Anwendungen optimiert nicht nur die Produktivität, sondern macht die Produktion auch nachhaltiger, sicherer und basiert auf zuverlässigen Informationen, die den Weg für eine kontinuierliche Modernisierung des Agrarsektors ebnet [3; 4].
Ein Gemüsebaubetrieb nutzt ein digitales Farmmanagementinformationssystem, welches Daten aus verschiedenen Quellen zusammenführt: Bodensensoren messen Feuchtigkeit und Temperatur in unterschiedlichen Tiefen, eine Wetterstation liefert lokale Wetterdaten, und Drohnenaufnahmen mit NDVI-Auswertung zeigen Unterschiede in der Pflanzenvitalität auf den einzelnen Beeten.
Diese Informationen werden in einer Software visualisiert und automatisch ausgewertet. Auf dieser Grundlage:
Auf Basis dieser Daten empfiehlt das System konkrete Maßnahmen wie die gezielte Bewässerung einzelner Teilbereiche oder die adaptive Düngung. Durch die Kombination aus Sensorik, Fernerkundung und datenbasierter Entscheidungsunterstützung werden Betriebsmittel effizienter eingesetzt, Erträge stabilisiert und Umweltwirkungen reduziert.
Bei der Anwendung agroinformatischer Systeme bestehen verschiedene Hürden:
Apfelschorfprognose: Entscheidungshilfe mittels GeoBox-Viewer
Bedarfsangepasste Bewässerung mittels Arable-Stationen und UAV-Daten
Applikation von PSM in der Farmable App planen und dokumentieren
2D & 3D Karten mit Pix4D für (teil)flächenspezifisches Management
Flächenkartierung via Drohne: mehr Informationsausbeute & Präzision
Schweinewiegen per 3D-Kamera mit dem OptiSCAN
Datentransfer einfach und schnell mit AGRARMONITOR x 365 Farmnet
Manuella Pimenta, Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinhessen-Nahe-Hunsrück
Philipp Krautkrämer, B. Sc., Projektmitarbeiter EF DiKI, LVAV Hofgut Neumühle